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Was ist ein Clicker ?

Ein Clicker ist eine kleine Plastikbox mit einem Knopf drauf. Drückt man diesen Knopf, bewegt man ein Metallplätzchen, dass ein „Klick-Geräusch“ macht, ähnlich wie ein Knackfrosch.

Wozu benutze ich den Clicker?

aus Der Hund - Hundewissen, der freien Wissensdatenbank

Der Clicker kann ein prima Hilfsmittel im Hundetraining sein. Er wird wie ein Platzhalter für ein Versprechen – nämlich das Versprechen auf eine Belohnung – eingesetzt. „Click“ heißt für den Hund: “Genau das, was du gerade in diesem Moment getan hast, war richtig. Die Belohnung hast du dir verdient, sie kommt aber etwas später.“

Was sind die Vorteile eines Clickers?

aus Der Hund - Hundewissen, der freien Wissensdatenbank

Das Geräusch des Clickers klingt immer gleich, daher kann es sich bei dem Hund ins Unterbewusstsein setzen. Das kann man mit der eigenen Stimme nicht erreichen, da sie eben nicht immer gleich klingt. Mal ist man ein wenig gereizt, mal auch erkältet, mal laut, mal leise….

Wenn man eine neue Übung mit seinem Hund trainierst, lastet immer ein wenig Druck und Stress auf dem Hund. Weiß er doch am Anfang nicht, was man da eigentlich von ihm will. Macht es aber .„Click“ heißt das für deinen Hund soviel wie „wow, ich hab’s geschafft, ich bin super!“ Damit löst der „Click“ auch sofort ein Wohlbefinden bei ihm aus, das den Druck und den Stress ablöst und vergessen läßt.

Der zweite, wichtige Vorteil des Clicker ist, dass man ihn zeit genau einsetzen kann, da man mit dem „Click“ schneller ist, wie mit dem verbalem Lob. Wenn man z.B. seinem Hund eine Rolle beibringen will, musst man ihn loben, während er rollt und nicht, wenn er schon wieder sitzt. Die Rolle ist aber eine schnelle Bewegung, man kann es kaum schaffen, ihn nach dem Kommando so schnell zu loben, so dass das Lob genau in dem Moment kommt, wenn der Hund sich über seinen Rücken rollt. Ein gutes Timing beim Loben ist in der Hundeerziehung mit das Wichtigste!

Ein weiterer Vorteil ist auch, dass der Hund etwas für uns tut, bevor das Leckerchen überhaupt in Sicht kommt! So braucht man die Futterbelohnung nicht als Motivation in der Hand halten. Man hat nur den Clicker in der Hand, wenn der Hund ein Signal bekommt. Macht er seine Sache gut, gibt es den „Click“ als Platzhalter und Versprechen auf die Belohnung, die folgt. Dann erst holt man die Belohnung aus der Tasche. So vermeidet man, dass der Hund später Signale nur dann ausführt, wenn man ein Leckerchen in der Hand hält.

Dadurch, dass sich das Clickgeräusch positiv ins Unterbewußtsein des Hundes setzt, ist es gleichzeitig auch eine ganz starke Motivation, die sich vor allem im Arbeitseifer und auch in der Konzentration des Hundes wiederspiegelt.

Kann ich den Clicker bei jedem Hund einsetzen?

aus Der Hund - Hundewissen, der freien Wissensdatenbank

Ja.

Ein Verhaltensforscher namens Pawlow hat herausgefunden, dass man Hunde auf so ein Geräusch „konditionieren“ kann. Konditionieren heißt, dass man den Hund mit etwas so beeinflussen kann, dass dadurch eine bestimmte Reaktion eintreten kann. Bei unserem Clicker ist das, womit wir beeinflussen wollen das „Click“-Geräusch“ und die Reaktion das starke Wohlbefinden, dass damit ausgelöst wird.

Pawlow hat für seine Versuche seinen Hunden etwas zu Fressen hingestellt und gleichzeitig eine Glocke ertönen lassen. Nach ein paar Tagen fingen die Hunde bereits an zu speicheln und zu schmatzen, sobald die Glocke ertönte, es aber noch gar kein Futter gab. Sie hatten also den Klang der Glocke mit ihrem Futter „verknüpft“. Diese Kenntnis, das Hunde durch "Verknüpfungen" lernen, ist eine der Grundlagen der modernen Hundeerziehung ohne Druck und Zwang.


Wie kann ich meinen Hund auf den Clicker konditionieren?

aus Der Hund - Hundewissen, der freien Wissensdatenbank

Besonders leckere kleine Futterstückchen vorbereiten, sich vor den Hund stellen und clicken. Nach jedem Click bekommt der Hund ein Leckerchen – für`s Nichtstun! Zwischen „click“ und Belohnung sollten höchsten 1 Sekunde liegen! Das sollte man 3 Tage lang – immer für ein paar Minuten- wiederholen.

Am 4 Tag kann man einen kleinen Test machen, um zu sehen, wieweit man mit der Konditionierung gekommen ist: Clicken, wenn der Hund gerade mal wegguckt – schaut er dann erwartungsvoll her, hat die Konditionierung geklappt. Er verbindet jetzt „Click“ mit Belohnung. Jetzt kann man zum Üben einige einfache Sachen, wie Sitz oder Platz, mit dem Clicker bestätigen.

WICHTIG: Zuerst kommt das Signal, dann der „Click“ im richtigen Moment, dann die Belohnung!

Der nächste (sehr wichtige) Schritt ist, dem Hund klar zu machen, dass er sich zwar seine Belohnung „verdient“ hat, sie aber auch einmal etwas später kommen kann. Dazu kann man eine einfache Übung nehmen, die der Hund schon gut kann. Z.B. „Sitz“. In dem Moment clicken, wo der Hund mit dem Hintern den Boden berührt, dann aber etwas mit der Vergabe des Leckerchen warten. Schrittweiser Aufbau: 3 Sekunden, 5 Sekunden, 10 Sekunden …. Diese Übung ist wichtig, damit man später den Hund auch auf Entfernung bestätigen kann, er aber trotzdem den Rest der Übung beendet und nicht gleich angelaufen kommt, um sich seine Belohnung abzuholen. Der „Click“ beendet nicht die Übung!

Nun kann man den Clicker als indirekten Verstärker, der ein positives Verhalten „markiert“, einsetzen, um neue Übungen aufzubauen. Vor dem Training sollte der Hund grundsätzlich immer wieder „eingeklickt“ werden. Das motiviert den Hund auf die Arbeit. Achtet aber von nun an darauf, dass ihr die Belohnung nicht mehr in der Hand haltet, wenn ihr Signale für den Hund gebt!

Nach jedem „Click“ immer eine Belohnung geben! Auch wenn man falsch geklickt hat! Niemals die Belohnungen weglassen – das würde die Konditionierung wieder kippen! Welcher Hund gibt sich mit einem „Click“ als Belohnung schon zufrieden?!

Theoretisch kann man ohne Probleme die Bestätigung mit dem Clicker weglassen, sobald der Hund die Übung gut kann und das dazugehörige Signalwort gelernt hat. Der Clicker ist wirklich nur ein indirekter Verstärker, dessen Vorteil darin liegt, dass man den Hund „timing genau“ bestätigen kann, da man mit einem „click“ immer schneller ist, wie mit einem verbalen Lob. Ein weiterer Vorteil ist, dass der „Clicker“ immer gleich klingt, daher kann er sich schnell ins Unterbewusstsein des Hundes setzen (Pawlowsch’e Glocke). Man sagt sogar, dass der „Clicker“ Endorphine (Glückshormone) frei setzt. „Click“ gibt dem Hund das Gefühl „Wow, ich hab’s geschafft, ich bin toll!“. Nur die wenigsten Menschen schaffen das auch mit ihrer Stimme.

Top 10 der Missverständnisse zum Thema Clicker-Training

Clicker-Training ist ausschliesslich positiv

Keine Trainingsmethode ist "ausschliesslich positiv". Leute die sagen, dass sie "ausschliesslich motivierende" oder "ausschliesslich positive" Methoden anwenden, sagen lediglich aus, dass sie nicht gern Strafe verwenden - wer tut das schon? Es ist nicht so, dass Clicker Trainer keine aversive Kontrolle ausüben, aber die Reihenfolge ist anders. Beim Clicker-Training wird aversive Kontrolle generell nicht benutzt, um Verhaltensweisen zu kreieren. Benötigte Korrekturen werden fast immer am Ende des Lernzyklus angewendet, wenn der Hund die Verhaltensweise bereits beherrscht. Wenn diese Reihenfolge korrekt angewendet wird, werden Sie überrascht sein, wie selten Ihr Hund Korrektur braucht - aber es wird immer mal eine Zeit kommen, in der dem Hund klar gemacht werden muss, dass Gehorsam nicht "optional" ist.

Clicker-Training wurde von Delphin-Ausbildern erfunden

Nein. Die ersten Leute, die operante Konditionierung aus dem Labor mit nach draussen nahmen, waren Keller und Marian Breland, zwei Studenten von B. F. Skinner, in den 1940ern - und zwar mit Hunden. Es dauerte bis zur Mitte der 1950er Jahre, bis Keller Breland die Ausbildung von Meeressäugetieren erfand. Ja, beide Ausbildungstypen haben ähnliche Ursprünge, aber "Hunde sind keine Delphine". Zum Beispiel können Meeressäugetiere zu jeder Zeit während der Ausbildung und während der Vorführung verstärkt werden - wie in einem Obedience-Wettkampf, während dem man Leckerchen im Ring benutzen darf. Es ist sehr selten, dass Delphine oder Wale mehr als vier oder fünf Verhaltensweisen ohne Futterbelohnung zeigen - und normal für Hunde, lange Zeitspannen zu arbeiten ohne Futter. Es gibt genügend fundamentale Unterschiede in den Erwartungen dieser beiden Trainingswelten, um das direkte Übertragen der Ausbildungweise von Meeressäugern auf Hunde teilweise oder ganz scheitern zu lassen bzw., dass dabei nicht das volle Potential des Hundes ausgeschöpft wird.

Man kann mit dem Clicker einem Tier einfach alles beibringen

Nein, es gibt Grenzen. Hunde haben instinktive Verhaltensweisen, die durch keine Art von Konditionierung vollkommen kontrolliert werden können (und, meine Damen und Herren, ich habe im Laufe der Jahre meinen Anteil an Hunden kennengelernt...). Die Vorstellung, dass Clicker-Training einfach alles erreichen kann, ist gewöhnlich die Wunschvorstellung von jemandem mit begrenzten Erfahrungswerten. Die Hoffnung, dass Clicker-Training "alles" kann, missversteht die Wichtigkeit dieser Methode. Und es gibt einige bemerkenswerte Dinge, die nur passieren, wenn der Clicker oder sein Äquivalent benutzt werden - mehr davon später.

Clicker-Trainer benutzen Leckerchen, Leckerchen und immer noch mehr Leckerchen als das Mittel, gewünschtes Verhalten zu verstärken

Nein. Nahrung ist ein hervorragendes "Werkzeug" für viele Situationen, aber stösst an auffallende Grenzen. Ein gewitzter Ausbilder benutzt Stimmlage, mit hoher Stimme gesprochenes Lob, Zuneigung, Bälle, Quietschspielzeug oder alles andere, wofür sein Hund gern arbeitet. Die Tendenz, sich auf Nahrung als Verstärker zu verlassen, ignoriert die Tatsache, dass ein einziger Verstärker keinen Hund jederzeit motivieren kann.

Man kann keine Clickerschule mit mehreren Leuten und Hunden machen, weil all diese Clicker die Hunde verwirren

Da ich solche Clickerschulen seit Jahren halte, muss ich bei diesem Missverständnis immer ein wenig lächeln. Hunde können besser hören als wir, und sie lernen sehr schnell, auf den Click ihres Menschen zu hören und die anderen zu ignorieren. Eine Nebenwirkung dieser erzwungenen Unterscheidung ist der, dass innerhalb weniger Schulungseinheiten durch Clicker ausgebildete Hunde sehr auf ihren Menschen konzentriert sind - weil sie es sein müssen. Wenn Sie weiterhin Bedenken haben, dass mehrere Clicker in einer Hundeschule die Hunde verwirren, ist mein Ratschlag, sich an den Nike-Werbeslogan zu halten: "Just do it!"

Ein Clicker ist ein schlechtes Ausbildungs-Werkzeug, da man es ja nicht mit in den Ring nehmen darf

Es ist wichtig, sich zu verdeutlichen, dass ein Clicker ein "Konstruktionswerkzeug" ist, kein "Ausführungswerkzeug". Von dieser Warte her ist es dasselbe wie mit Leinenkorrektur im Wettkampf - beide Werkzeuge erzeugen Verhaltensweisen, aber sie sind nicht Teil der Ausführung. Mit dem Clicker in den Ring zu gehen hat Ähnlichkeiten damit, zu einem Galaabend zu gehen mit Klopapier am Schuh. Wenn Sie glauben, Sie brauchen den Clicker im Ring, dann ist es wahrscheinlich zu früh für Sie, in den Ring zu gehen!

Ein Wort ("fein", "ja", "fertig") wirkt genauso gut wie ein Clicker


Nein. Es gibt immer noch Leute, die eine Allergie gegen Clicker haben, auch wenn sie wissen, wie gut Clicker funktionieren. Nachdem ich sowohl Worte als auch Clicker mehrere tausend Mal benutzt habe, kann ich Ihnen versichern, dass der Unterschied zwischen dem Clicker und einem Wort leicht zu beobachten ist. Die Essenz dieser Methode ist das Benutzen eines präzise zeitnahen (getimten) Signals, um gutes/erwünschtes Verhalten zu markieren. Worte sind viel weniger effizient als "Verhaltensmarkierer" als ein klares, schnelles Geräusch, wie ein metallenes Click. Das heisst nicht, dass Clicker-Trainer immer und in jeder Ausbildungssituation einen Clicker benutzen. Ich werde davon berichten, auf welche Art der Clicker funktioniert, und warum er nicht immer das beste oder einzige Werkzeug ist.

Einen Clicker zu benutzen, um ein instinktives Verhalten wie Hüten oder den Beißtrieb zu modifizieren, wird den Trieb des Tieres kaputtmachen

Nein. Alle Ausbilder benutzen instinktive Verhaltensweisen als Grundlage für ihre Ausbildung. Hüte- genau wie Schutzhundtrainer modifizieren instinktive Verhaltensweisen die ganze Zeit, sie nennen es nur anders, z. B. "Triebaufbau". Egal, wie Sie es nennen, solange Sie genau wissen, wie der Clicker zu benutzen ist, um dem Hund Informationen zu geben, solange wird die Motivation (Beutetrieb etc.) weiterhin funktionieren, um ihren Hund zu guter Leistung zu motivieren. Der Clicker ist übrigens ein tolles Werkzeug für die Feinabstimmung eines triebstarken Hundes, der kaum unter Kontrolle ist.

Hunde, die mit Clicker ausgebildet werden/wurden, sind unzuverlässig und zeigen ständig irgendwelche Verhaltensweisen, so dass man nie weiss, wann sie das falsche Verhalten zeigen werden, nur um an ein Leckerchen zu kommen

Es stimmt, dass während der Ausbildung mit Clicker diese Hunde oft mehr in den Lernstufen variieren als "traditionell" ausgebildete Hunde - das ist eine der Stärken dieser Methode. Aber das Benutzen von Korrekturen und Verstärkern, um ein erlerntes Verhalten zu erhalten, unterscheidet sich nicht bei den beiden Methoden, d. h., wenn der Hund während einer Vorführung anfängt, irgendwelche unerwünschten Verhaltensweisen zu zeigen, dann sagen Sie einfach "Nein". Der Hund wird bald lernen, dass Kreativität nur während des Lernens gefragt und bei der Vorführung Präzision angesagt ist. Zum Thema Verlässlichkeit: Es gibt einige mit dem Clicker ausgebildete, FEMA zertifizierte Search and Rescue Dogs (Rettungshunde) und einige hundert clickerausgebildete Diensthunde. Verlässlichkeit hat nicht wirklich etwas damit zu tun, ob während des Trainings der Clicker oder Leckerchen benutzt werden. Wie mit allen Trainingsmethoden hängt die Verlässlichkeit davon ab, wie gut der Ausbilder die Ausbildung mit dem Temperament des Hundes unter einen Hut bringen konnte.

Clicker-Trainer sitzen nur rum und warten darauf, dass der Hund ein Verhalten zeigt

Im Leben nicht. Clicker-Trainer legen grossen Wert darauf, effiziente Wege zu finden, um das gewünschte Verhalten passieren zu lassen. Clicker-Training hat Target-Sticks ins Obedience-Training gebracht, um die Wartezeit auf das "aus Versehen" perfekte "Voraus" zu verkürzen. Ewig auf irgendeine Verhaltensweise zu warten ist nicht meine Vorstellung von effizienter Ausbildung.




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