Erziehung

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Bevor wir mit der Erziehung beginnen...

Bevor der Welpe ins Haus kommt, ist es sinnvoll, dass sich die gesamte Familie zusammensetzt und gemeinsam bespricht, was das neue Familienmitglied darf und was man ihm nicht erlaubt.

Wie soll der Welpe heißen? Wo kommt sein Schlafplatz hin? Wer ist für sein Futter zuständig? Wer geht wann mit ihm raus? Darf er in alle Räume? Darf er auf das Sofa oder darf er es nicht? Wer ist für seine Erziehung zuständig?

Jedes Familienmitglied sollte seine Ansichten und Meinungen dazu sagen dürfen.

Stubenreinheit

Stubenreinheit

Als erstes gilt: Den Welpen genau beobachten. Gibt er ein Zeichen und wenn ja, welches? Einige rennen bereits nach ein paar Tagen zur Tür – das ist deutlich, andere schauen aber vielleicht nur mal kurz in Richtung Tür – verpasst? Tja, der Welpe ist nicht Schuld.

In der Regel ist es so, dass Welpen sich nach dem Fressen, nach dem Schlafen und nach dem Spielen lösen müssen. Gerade bei letzterem kann es ganz schnell gehen, denn die Blasenmuskulatur der Welpen muss sich erst noch ausbilden und stärken.

Anzeichen dafür, dass der Welpe raus muss, kann Unruhe sein oder auch schnüffeln, manche „fiepen“ vielleicht auch ein wenig.

Seien Sie schnell! Lieber ein paar Mal zu viel raus als einmal zu wenig. Nehmen Sie dazu ihren Welpen auf den Arm und tragen ihn an seinen Löseplatz. Sagen sie mit freundlicher Stimme z.B. „mach schnell“, wiederholen Sie das Wort, wenn er uriniert oder kotet. Sobald er fertig ist, loben Sie ihn ausgiebig. Der Welpe wird schnell das Signalwort „mach schnell“ mit seiner Handlung verknüpfen. Später, beim erwachsenen Hund, können Sie damit erreichen, dass Ihr Hund sich an einem Ort löst und zu einem Zeitpunkt, den Sie wünschen.

Sollte trotz all Ihrer Bemühungen der Hund in die Wohnung gemacht haben, schimpfen Sie nicht und ignorieren die Bescherung. Bringen Sie den Welpen erst raus, bevor Sie sauber machen. Wenn er dabei zuschaut, bestätigen Sie ihn, dass er sich einen richtigen Platz ausgesucht hat. In seinen ersten Lebenswochen hat die Hundemutter auch alles sauber geleckt und es war in Ordnung.

Erwischen Sie den Welpen direkt beim hin hocken, heben Sie ihn einfach wortlos hoch und tragen ihn zum Löseplatz. Dort wieder ausgiebig loben. Keine Sorge, beim hoch heben wird er sein Bedürfnis unterbrechen.

Wir sprechen von „stubenrein“, wenn der Welpe von allein Bescheid gibt, dass er ein Bedürfnis hat.

Das kann man ihm nachts gut beibringen, da das ein Zeitpunkt ist, zu dem Sie mit Sicherheit da sind und keine störenden Geräusche verhindern, dass Sie den Welpen nicht hören. Vorausgesetzt, er schläft in Ihrer Nähe. Binden Sie ihren Welpen mit einem Brustgeschirr an seinem Schlafplatz fest oder benutzen Sie eine Box oder einen Karton, aus dem er noch nicht heraus krabbeln kann. Da der Kleine sein „Nest“ nicht beschmutzen will, wird er sich bei Ihnen durch fiepen, winselnd, kratzen oder an der Leine zerren melden. Selbstverständlich stehen Sie sofort auf und tragen ihn an seinen Löseplatz. „Mach schnell“ und ein überschwängliches Lob folgen. Dann gehen Sie sofort wieder ins Haus und legen ihn wieder an seinen Schlafplatz.

Sobald sich das ein paar Mal wiederholt hat, lernt der Welpe meistens, dasselbe Verhalten, auch am Tag zu zeigen, da er mit dem Bescheid sagen Erfolg hatte.

Meistens sind es nur ein paar Tage, die der Hund nachts raus muss, seine Blasenmuskulatur wird sich schnell entwickeln.


Anlegen von Halsband und Leine

Sollte der Züchter den Welpen noch nicht an Halsband oder Brustgeschirr und Leine gewöhnt haben, können Sie das tun, indem Sie damit anfangen dem Welpen das Halsband anzulegen, bevor er sein Futter bekommt. Benutzen Sie dafür ein weiches, ausreichend breites Halsband oder ein Brustgeschirr. Sehr schnell wird er verknüpfen, dass nach dem Anlegen des Halsbandes etwas Positives, nämlich sein Fressen folgt.

Als nächsten Schritt kommt die Leine dazu. Nehmen Sie eine leichte Leine oder eine Schnur, die der Welpe leicht hinter sich her ziehen kann und befestigen sie diese ans Halsband – wieder kurz vor der Fütterung.

Am nächsten Tag nehmen Sie die Leine bereits locker durchhängend in die Hand und begleiten den Kleinen zum Futternapf.

Sie werden sehen, das Anlegen von Halsband und Leine wird schnell akzeptiert werden.

Zusätzlich können Sie Halsband und Leine auch anlegen und mit dem Welpen spielen. Auch so kann er beide Teile positiv verknüpfen. Achten Sie nur darauf, dass er mit der Leine nirgends hängen bleibt, sich vertüdelt oder drauf tritt und fällt.


Der erste Einsatz der Leine

Wenn Sie das erste Mal mit ihrem Welpen angeleint nach draußen gehen, kann es passieren, dass der Kleine a) gar nicht vom Grundstück weg will, sich hinsetzt und keinen Schritt von alleine läuft oder b) er stürmt nach vorne und marschiert ohne Furcht los. Beides ist ganz normal.

Ein etwas unsicherer Welpe möchte das gesicherte Grundstück erst nicht verlassen. Ziehen Sie jetzt bitte nicht an der Leine, sondern locken Sie ihn nur mit Futter oder Spielzeug heran. Vermeiden Sie es unbedingt, ihn zu bemitleiden und zu trösten. Mit diesem Verhalten verstärken Sie nur seine Angst. Sie geben ihm dadurch unbewusst Recht, dass gerade etwas Schlimmes passiert. Dies gilt für Angstverhalten des Hundes in jeder Situation! Wenn Sie die Angst des Kleinen nicht unbeabsichtigt verstärken, gibt sich dieses Verhalten bald von allein. Schnell wird er merken, dass es Spaß macht, draußen spazieren zu gehen. Gehen Sie selbst mit guten Beispiel voran, in dem Sie selbstsicher auftreten und alle Ängste ignorieren. Ihr Welpe soll das Gefühl bekommen, dass er bei Ihnen immer sicher ist. Das gilt sein ganzes Leben lang.

Bei den weniger ängstlichen Welpen sieht es oft so aus: Der Welpenbesitzer leint seinen Hund an, der Kleine stürmt voraus und Herrchen bzw. Frauchen gehen hinterher. Welche Erfahrung macht der Welpe hier?...genau: Er stellt fest, "wenn ich an der Leine ziehe, folgt Herrchen/Frauchen mir!" Anfangs werden Sie das gar nicht bemerken, der Welpe ist noch klein und leicht. Dies ändert sich aber schnell und es kommt der Tag, an dem Sie dieses Ziehen an der Leine als unangenehm und evtl. schon als Problem ansehen. Vermeiden Sie also von vornherein ein Ziehen an der Leine! Mehr dazu finden Sie unter Leinenführigkeit


Namensgewöhnung

Überlegen Sie sich den Namen ihres Welpen, bevor Sie ihn abholen. Gut sind zweisilbige Namen, die helle Vokale beinhalten, wie a, e, i.

Den Namen eines Hundes, sollte man immer nur positiv anwenden, also auf gar keinen Fall als Schimpfwort, wenn Sie den Welpen bei einer Untat erwischen! Dafür benutzen Sie Wörter, wie z.B. „Nein“ oder „Aus“ – dazu später im Text.

Um dem Hund seinen Namen beizubringen, rufen Sie diesen immer dann, wenn der Welpe gerade zufällig in ihre Richtung schaut oder Ihnen zufällig entgegen läuft. Laufen Sie einfach ein paar Schritte rückwärts, der Hund wird Ihnen bestimmt folgen und dabei rufen Sie lockend und freundlich seinen Namen. Kommt der Welpe bei Ihnen an, schenken Sie ihm Aufmerksamkeit durch spielen und Lob.


Hör- und Sichtzeichen

Überlegen Sie sich vor dem Trainingsbeginn mit der gesamten Familie, welche Hör- und Sichtzeichen sie für was anwenden wollen. Es ist ganz wichtig, dass auch wirklich jeder in der Familie dieselben Signale verwendet. Üben Sie beides „trocken“, also ohne, dass der Hund dabei ist. Ihnen wird schnell auffallen, dass jedes Familienmitglied die Hörzeichen anders ausspricht. Hunde lernen Wörter anhand ihrer Tonfolge! Um das Erlernen der einzelnen Signalwörter dem Hund zu erleichtern, ist es sinnvoll, deshalb auch Sichtzeichen anzuwenden. Sichtzeichen, wie z.B. der hoch gestreckte Zeigefinder, vor der Brust gehalten, sind immer gleich und daher für den Hund leichter zu erlernen. Aber auch hier darauf achten, dass jedes Familienmitglied dasselbe Sichtzeichen gibt. Also, vorher gut üben!


Hör- und Sichtzeichen in der Anwendung

Egal, welches Hör-oder Sichtzeichen Sie anwenden wollen, es gilt immer:

Benutzen Sie es erst, wenn der Hund die zu erlernende Übung bereits kann! So haben wir schon bei der Namensgewöhnung gearbeitet: Der Name des Welpen wird gerufen, in einem Moment, wo er sowieso gerade her geschaut hat bzw. heran gelaufen ist. Nur so ist gewährleistet, dass wir uns das Hör- oder Sichtzeichen nicht von Beginn an bereits kaputt machen. Hätten wir den Namen des Hundes gerufen, während er gerade verträumt an einer Blume geschnuppert hätte, wäre er nicht gekommen. Da wir ja bereits wissen, dass Hunde durch Verknüpfungen lernen (siehe Basiswissen), wissen wir auch, wie schnell sie das Falsche miteinander verknüpfen.

Rufen Sie also mehrmals "Fiffi", der Hund aber weiterhin an der Blume schnuppert, kann es sein, dass er genau diese Handlung mit dem Hörzeichen verknüpft. Ein weiteres Beispiel, wie es nicht sein soll, ist das häufig benutzte Signal "bei Fuß": Der Hundeführer sagt "bei Fuß", der junge Hund springt und hüpft an ihm hoch, der Hundeführer sagt wieder "bei Fuß", unbewusst bereits etwas lauter und unbewusst auch immer in dem Moment, in dem sein Hund hoch springt. Sehr schnell verknüpft der junge Hund das Hörzeichen mit seinem hoch springen! So hat man sich das Hörzeichen "bei Fuß" für die Zukunft bereits unbrauchbar gemacht.

Wie und wann man Hör- und Sichtzeichen anwendet, erfahren Sie im weiteren Text.


Trainingsbedingungen

Für alle nachfolgenden Übungen gilt:

Geübt werden muss immer an verschiedenen Orten und Plätzen und anfangs in ablenkungsarmer Umgebung. Erst später werden nach und nach Ablenkungen eingebaut.

Arbeiten Sie mit ihrem Hund in kurzen Trainingssequenzen! Es ist besser, 3x 5 Minuten zu arbeiten, als 1x 15 Minuten!

Hören Sie auf, bevor der Hund die Lust verliert!

Beenden Sie das Training immer mit einer gelungenden Übung!

Trainieren Sie nur, wenn Sie selbst gut gelaunt sind und nicht unter Zeitdruck stehen!

Verspüren Sie bei sich selber Ungeduld oder Ärger, brechen Sie das Training ab!

Hat es mit einer schweren Übung endlich geklappt, geben Sie Ihrem Hund einen "Jackpot", das können z.B. die ganzen restlichen Leckerchen sein und hören Sie für den Tag auf!


Herankommen

Sie können für das Herankommen ein klares "Hier!" benutzen oder ein anderes, beliebiges Wort. Erfahrungsgemäß wird der Name des Hundes zu oft im täglichen Gebrauch benutzt, ohne dass der Hund darauf reagiert, so dass man ihn sich für ein zuverlässiges Heranrufen bereits unbrauchbar gemacht hat. Das passiert häufig, wenn Kinder mit in der Familie leben.

Zum Üben des Herankommen haben Sie mehrere Möglichkeiten. Einfach ist es, wenn Sie sich einen Helfer dazu holen, der den Welpen festhält. Sie rennen jetzt ein paar Schritte weg, der Helfer lässt den Welpen, noch während sie laufen, los. Kommt er angerannt, gehen Sie in die Hocke und freuen sich überschäumend, dass er gekommen ist. Machen Sie ihm das Herankommen zu einem einzigartigem Erlebnis! Dafür können Sie, zusätzlich zu Ihrer echten Freude, Leckerchen einsetzen oder auch ein tolles Zerrspiel mit dem Hund machen.

Sie legen jetzt den Grundstein für einen späteren zuverlässigen Rückruf in allen Situationen!

Üben Sie an vielen verschiedenen Orten, im Haus und ihm Garten. Alternativ rufen Sie den Hund mit dem von Ihnen gewählten Hörzeichen immer dann, wenn er sowieso angerannt kommt und/oder, wenn Sie seinen Futternapf herunter stellen.

Nach und nach entfernen Sie sich immer weiter beim Abruf-Spiel. Klappt es mit dem heran rufen, können Sie sich auch mal verstecken. Machen Sie dies anfangs im Garten oder an einem vertrauten, gesicherten Ort, damit gewährleistet ist, dass der Hund Sie auch schnell findet.

Das Hörzeichen, das Sie hierfür gewählt haben, dürfen Sie einsetzen, wenn Sie sich sicher sind, dass der Hund immer und von überall her angerannt kommt, wenn Sie ihn rufen. Bis der Hund das Hörzeichen sicher verknüpft hat, bedarf es viele Wiederholungen! Wie oft eine Übung wiederholt werden muss, bis das Hörzeichen sicher sitzt, ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Im Durchschnitt sind es ca. 150 Wiederholungen.

Sitz

Halten Sie ihrem Welpen ein Leckerchen über den Kopf und warten einfach ab. Die meisten Hunde setzen sich dann von allein auf ihren Hintern, damit sie das Leckerchen besser sehen können. Manchmal brauchen Sie aber etwas Geduld. Gleichfalls können Sie aber auch einen Moment abwarten, in dem der Welpe sich zufällig hingesetzt hat. Sitzt der Welpe, wird er sofort ausgiebig gelobt und bekommt ein Leckerchen. In der Regel ist "Sitz" eine der Übungen, die der Hund am schnellsten lernt, da er es auch am häufigsten von alleine zeigt. Dieses Verhalten wird von uns schon sehr oft, unbewusst mit unserer Aufmerksamkeit, positiv bestätigt.

Sobald der Welpe sich immer und sofort hinsetzt, wenn Sie es wünschen, können Sie das Hörzeichen "Sitz" und/oder ein Sichtzeichen einsetzen und mit den erforderlichen Wiederholungen beginnen.


Platz

Mit dem "Platz" verfahren Sie ähnlich, wie mit dem "Sitz": Sie warten auf eine Situation, in der sich der Hund von alleine hinlegt oder Sie provozieren das Verhalten herbei. Das können Sie tun, indem Sie Ihre Hand, die ein Leckerchen mit sich führt, auf den Boden führen. Der Hund wird der Hand folgen und sich idealerweise hinlegen, um an das Leckerchen heran zu kommen. Genau in diesem Moment loben Sie ihn ausgiebig und öffnen die Hand, damit er das Leckerchen fressen kann. Das Herunterführen mit der Hand ist am einfachsten aus der Position "Sitz" heraus. Kommt der Hund mit dem Hintern hoch und anstatt mit dem Bauch, nur mit dem Kopf herunter, kann man ihn zur Hilfe in eine Ecke oder mit dem Hintern an eine Wand setzen. Das verhindert, dass er allzu leicht mit dem Hintern wieder hoch kommt. Er muss sich jetzt nach vorne hinlegen, wenn er an das Leckerchen kommen will.

Diese Übung wiederholen wir solange wortlos, bis der Hund sich bei unserer Handbewegung nach unten regelrecht hinschmeißt.

Der nächste wichtige Schritt ist, dass wir kein Leckerchen mehr in der Hand halten, sondern eine leere Hand auf den Boden führen. Legt der Hund sich hin, wird er ausgiebig gelobt und erhält seine Belohnung aus der anderen Hand. So wird verhindert, dass der Hund sich später nur dann hinlegt, wenn der Hundeführer etwas in der Hand hält!

Erst, wenn der Hund sich schnell und sicher auf das Handzeichen hinlegt, können Sie das Hörzeichen "Platz" einsetzen. Wiederholen Sie das Hörzeichen immer dann, während der Hund sich ins Platz begibt. Wiederholungen auch hier ca. 150 Mal.

Trainieren Sie Hör- und Sichtzeichen auch getrennt. Wenn Sie später einmal auf Distanz arbeiten, wird nur das Sichtzeichen eingesetzt.

Achten Sie darauf, dass Sie beim Einsatz des Sichtzeichens gerade stehen und jetzt nicht mehr mit der Hand auf den Boden gehen - auch diese Körpersprache kann sich beim Hund schnell fest konditionieren.




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