Schleppleine

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1. Was ist eine Schleppleine?

Schleppleinen sind zunächst einmal Leinen, die aus unterschiedlichen Materialien und in unterschiedlichen Längen im Fachhandel erhältlich sind. Gängig sind die flachgewebten Leinen aus Gurtband und die rundgewebten Leinen. Schleppleinen aus Leder sind wesentlich teurer und pflegeintensiv, da sie regelmäßig gefettet werden müssen, um nicht brüchig zu werden. Schleppleinen gibt es in 5, 10, 15, 20 und mehr Meter Länge. Neben den o. g. Schleppleinen kann man sich aber auch selber eine Schleppleine anfertigen, in genau der Länge, die man braucht. Das Seil für die Schleppleine kauft man am besten in einem Geschäft für Segler oder Campingbedarf, weil das Seil in diesem Fachbereich am hochwertigsten ist .Das Material wird sehr stark beansprucht, es schleift ja fast nur auf dem Erdboden und über diese Reibung verschleißt das Material, es wird sehr rau, brüchig und saugt sich mit Wasser voll. Durch die Brüchigkeit des Materials nimmt es sehr viel Buschwerk und Zweige mit sich, das ist lästig, so dass es sich auszahlt eben auf sehr gutes Material zu achten.

Bei dem Karabiner sollte man auf ein Material das nicht rostet achten. Für die Stärke des Seils nimmt man bei kleinen Hunden ein Seil, das 6 mm Durchmesser hat und ca. 6m lang ist, bei mittleren Hunden nimmt man 8 mm Durchmesser und ca. 6 – 8 m Länge, und bei großen Hunden ist 10 oder 12 mm Durchmesser und auch 6 – 8 m Länge richtig.

Bastelanleitung:

Man benötigt Leine, Karabiner und Feuerzeug. Brenne die Enden des Seiles mit einem Feuerzeug an und drücke sie mit den nassen Fingern zusammen, bis alle Fasern verklebt sind. So kann nichts mehr ausfransen. Bitte vorsichtig mit den Finger sein und nicht verbrennen! Nun nimm das eine Ende der Leine und mache einen "Palstek" Knoten um den Haken. Man muss ein bisschen "basteln" bis man es raus hat und das Ende kurz genug ist. Sollte das nicht gelingen einfach abschneiden und wie oben beschrieben wieder mit dem Feuerzeug "verschweißen".


2. Wie gehe ich mit der Schleppleine um?

In Kombination mit einem Geschirr oder am Halsband schleift der Hund die Leine hinter sich auf dem Boden her. Wir halten die Schleppleine am Ende fest, lassen die komplette Leine auf den Boden fallen und wir achten darauf dass die Leine immer ohne Knoten ist. Die Gedanken und die Augen haben wir nur bei unserem Hund, damit wir seinen Vorhaben möglichst einen Schritt voraus sind. Achtung!!! Mit der Schleppleine kann man sich schlimme Verbrennungen an Händen und Beinen sowie Verletzungen bei Stürzen z.B. durch einen plötzlichen Ruck holen.Mit der Schleppleine besteht die Gefahr an Wurzeln und Ästen hängen zu bleiben, daher darf der Hund nie mit der Schleppleine durchbrennen, er könnte sonst abseits der Wege hängen bleiben und sich nicht selbstständig befreien. Hat sich der Hund mit seiner langen Leine um Bäume gewickelt, wird er ausschließlich mit einem Kommando (z.B. Außen!) zum Hundeführer gelockt. Der Hundename wird dabei nicht genannt, da er dann versucht, auf dem schnellsten Wege zum Hundeführer zu kommen, was durch den Baum verhindert wird. Der Hund soll sich selbstständig aus dieser Verwicklung befreien in dem er der Leine rückwärts folgt. Hier benötigt der Hundeführer viel Geduld. “Schleppleinen-Menschen“ haben immer dreckige Hände, auch die Kleidung kann stark beschmutzt werden, wenn die lange Leine daran stößt. Man sollte sich darauf einstellen. Je länger die Schleppleine ist, umso größer ist die Kraft, die auf die Leine wirkt. Jederzeit kann der Hund vorpreschen, man muss darauf eingestellt sein und möglichst durch einen sicheren Stand den Ruck abfangen.


3. Wofür brauche ich die Schleppleine?

Es gibt verschiedene Gründe mit der Schleppleine zu arbeiten:

a)Man möchte verhindern, dass der Hund Kommandos ignoriert oder sich diesen widersetzt und sich dieses Verhalten festsetzt

b)Der Hund läuft unkontrolliert weg, jagt und/oder zeigt wenig Bindung an den Halter

c)Man möchte z.B. verschiedene Kommandos auf Entfernung abgesichert trainieren (Sitz, Platz,Down, Halt, Hier usw.)

Zu a) Verhinderung von Missachtung der Kommandos durch den Hund Der Junghund versucht in den verschiedenen Entwicklungsphasen immer wieder Kommandos zu missachten. Da sich dieses Ignorieren und Austesten des Hundes schnell festsetzt, kann man mit Hilfe der Schleppleine die gegebenen Kommandos durchsetzen. Gerade in dieser „Sturm- und Drangzeit“ sollte der Hund grundsätzlich an der Schleppleine geführt werden, er wird so gehindert, einfach wegzulaufen, andere Leute anzuspringen, hinter Fahrrädern und Joggern herzulaufen oder ein „Hier!“ zu ignorieren. Man sollte nicht zu lange mit dem Einsatz der Schleppleine warten. Sobald der Junghund anfängt, so von der Umwelt begeistert zu sein, dass er alles um sich herum vergisst, sollte die Schleppleine eingesetzt werden. Es muss nicht unbedingt das erste Weglaufen sein, das aus Übermut passiert aber erfolgt dies regelmäßig, dann sollte man reagieren. Kann man der nachfolgenden Aussage zustimmen, dann ist höchste Zeit für die Schleppleine: „Jedes Geräusch, jeder piepsende Vogel, jedes noch so kleine Düftchen am Wegesrand sind interessanter als ich. Da kann ich mit Leckerchen, Futter-Dummy, mitgenommenen Bällen oder Spielzeug aller Art kommen oder auch nicht. Es ist dem Hund egal. Selbst andere Hunde sind nicht so interessant wie der Rest der Welt.“ Es ist bei weitem einfacher und weniger aufwendig, den Junghund an diesen Dingen zu hindern, als den erwachsenen Hund, der diese Unarten im Flegelalter erlernt hat, wieder umzuerziehen. Eine wichtige Voraussetzung ist allerdings, dass in der Schleppleinenzeit jeglicher ungesicherte Freilauf gestrichen ist und gegebene Kommandos auch konsequent vom Hundeführer durchgesetzt werden. Es heißt nicht umsonst in dieser Phase: Einmal Schleppleine – immer Schleppleine!

Bei anhaltendem Ignorieren der Kommandos sollte man dazu übergehen, den Hund an der Schleppleine auf Distanz zu verunsichern (Handtuchbomper/Wurfkette je nach Hundetyp) und/oder dies durch unangekündigtes, überraschendes, mehrmaliges Anrempeln des Hundes im Schulterbereich zu ahnden. (Achtung: Bei sensiblen oder ängstlichen Hunden sollte man vorsichtig diese Maßnahmen einsetzen!)

Wie bei allen Übungen müssen wir diese Linie konsequent verfolgen, da die kleinste Abweichung von unserem Hund als Unsicherheit unsererseits empfunden wird. Wir machen es dem Hund also leichter, indem wir unsere Regeln immer anwenden.


Zu b) Bindungs- und Beziehungsaufbau

Immer wieder hört man den Satz:“ Mein Hund ist nicht ansprechbar, er schnüffelt lieber, er haut sofort ab, wenn er von der Leine ist.....“

Diesen Zustand gilt es abzubauen und ein neues Verhältnis Hund/Mensch aufzubauen, nämlich die Bindung und Beziehung zwischen Hund und Mensch. Unser Hund soll lernen darauf zu achten, wohin wir gehen und dafür nutzen wir die Schleppleine. Wir nehmen die Schleppleine am Ende in die Hand (leider gibt es schmutzige Hände dabei), aber wenn man einen Hund besitzt ist man ja nicht so empfindlich. Mein Hund und ich müssen jetzt erst einmal lernen ein Team zu werden.

Am besten starten wir mit der 5 Meter-Leine. Immer, wenn wir sehen, dass der Hund im nächsten Augenblick in die Leine rennt, drehen wir uns wortlos vorher um und gehen in die entgegengesetzte Richtung. Das wird so einige Male wiederholt, ist der Hund auf gleicher Höhe wie wir oder dreht er sich nach uns um, wird sofort gelobt.

Nach kurzer Zeit wird man feststellen, dass der Hund besser darauf achtet, ob wir Richtungswechsel einschlagen, er lernt, sich an uns zu orientieren. Wenn ihr soweit seid, dass ein „Reinrennen“ in die Leine nicht mehr vorkommt, wechseln wir zur 10 Meter Leine und das Spiel geht von vorne los.

Während der Übungen wird der Hund nicht gerufen oder gelockt, er muss von alleine merken, dass es besser ist, auf uns zu achten.

Zwischendurch lockern wir die Übungen etwas auf, indem wir einige runde Leckerchen in eine Hand nehmen. Wir kullern eins in eine Richtung und lassen den Hund hinterher jagen. Hat er es, wird mit er mit Namen und heller Stimme kurz angesprochen, der Hund schaut auf und wir kullern das nächste Leckerchen in die entgegengesetzte Richtung. Wieder wird der Hund hinterherjagen und das Leckerchen aufnehmen. Jetzt beginnt das Spiel von vorne....Ansprechen...Kullern...Jagen...Aufnehmen...Ansprechen. Hierdurch lernt der Hund, dass es interessant und lohnenswert ist, auf seinen Menschen am anderen Ende zu achten. Hat der Hund dies verstanden, kann man allmählich anderes Spielzeug und Beschäftigungsarten einsetzen.


Nochmal das Wichtigste zur Erinnerung:


Der Richtungswechsel muss immer erfolgen.

Der Hund wird nicht gelockt.

Man muss sich damit abfinden, dass man in der nächsten Zeit keine richtigen Spaziergänge machen kann, da man durch die permanenten Richtungswechsel nicht von der Stelle kommt. Kommt der Hund zwischendurch zu uns, guckt er sich um oder sucht er auf andere Art Kontakt zu uns, wird er immer gelobt, denn das ist es, was wir erreichen wollen Wenn man einen wirklich aufmerksamen Hund an der 10 Meter-Leine hat (und der Hund dieses Verhalten zuverlässig über einen längeren Zeitraum zeigt!), kann man anfangen, die Leine fallen und hinter dem Hund herschleifen zu lassen. Hierbei wird immer wieder ein kommentarloser Richtungswechsel gemacht, um zu testen, ob der Hund wirklich auf seinen Führer achtet. Ist das der Fall, kann man sich gut zwischendurch verstecken, wenn man es schafft, denn auch das ist bei einem aufmerksamen Hund kaum möglich.

Zu c) Kommandos auf Entfernung abgesichert trainieren:

Hier geht es um das Ziel, bekannte Kommandos auch auf Entfernung auszuführen. Wir üben hier das Kommando zunächst an der kurzen Leine, bis es dort sicher auch unter Ablenkung klappt. Dann wechseln wir die kurze Leine gegen unsere Schleppleine aus und erarbeiten das Kommando erst auf eine Entfernung von 5 Metern, dann steigern wir auf 10m, 20m, 40m erst ohne, dann mit Ablenkung. Die Steigerung erfolgt jeweils erst dann, wenn das Lernziel der letzten Phase erreicht wurde.Dieses Training wird sich über mehrere Wochen hinziehen, sollte die Fehlerquote ansteigen, muss man sofort eine oder besser noch zwei Lernstufen zurückgehen. Wichtig ist hier, dass mehrere kleine Trainingseinheiten am Tag eingelegt werden. Auch das Vorstehen kann und sollte mittels der Schleppleine bestens eingeübt werden. Das Vorstehen ist eine natürliche Veranlagung unserer Vorstehhunde und sollte immer bestätigt werden. Denn bei richtigem Training ist diese Vorstehposition (Verharren mit angewinkeltem Vorder- oder Hinterlauf) die letzte Möglichkeit, den Hund vor dem Hetzen von Wild wieder abzurufen bzw. ins Platz oder Down zu bringen. Für unsere Jagdhunde ist das Kommando „Down“ besonders wichtig, da es uns eine Möglichkeit bietet, den auf Entfernung vorstehenden Hund mit diesem Kommando an der Hatz des erspähten Objektes rechtzeitig zu hindern. Das Lernziel ist bei dem Kommando Down, dass der Hund schlagartig auf Triller/Handzeichen/Zuruf aus der Bewegung wie ein Klappmesser ins Platz fällt und ruhig mit dem Kopf zwischen den Pfoten dort verharrt. Das Down ist ein Kommando, welches nur einmal gegeben wird und immer sofort befolgt werden muss. Bis das sicher sitzt werden ca. 1,5 Jahre ins Land gehen.



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